Tipps für die Praxis

Handeln bevor es zu spät ist

Da ein Großteil der rheumatischen Erkrankungen chronisch verläuft, ist es wichtig, frühzeitig professionelle Hilfe zu erfahren. Denn je früher die Diagnosestellung erfolgt, desto schneller kann eine zielgerichtete Therapie vorgenommen und der Verlauf positiv beeinflusst werden.

Bei Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung ist der Besuch bei einem Arzt mit Schwerpunkt Rheumatologie angezeigt. Häufig aber fühlen sich Patienten unsicher, gerade bei schweren Erkrankungen, die mit einer Fülle von Informationen einhergehen. Umso wichtiger ist es, sich vorab gründlich zu informieren und auf den geplanten Arztbesuch vorzubereiten. Unsere Checkliste soll Ihnen dabei helfen.

Vor dem Arztbesuch

  • Habe ich eine Vermutung, woher meine Beschwerden kommen?
  • Wie schildere ich möglichst klar und umfassend meine Beschwerden?
  • Was erwarte ich von diesem Besuch? (z. B. Behandlungsverfahren, Rezept, Hilfe)
  • Welche Unterlagen muss ich mitnehmen? (z. B. Krankenversicherungskarte, Impfausweis, frühere Krankheiten, Eingriffe oder Operationen, Medikamentenunverträglichkeiten)
  • Welche Fragen möchte ich stellen?


Während des Arztbesuches

  • Ist das Gespräch verständlich? (Kann ich die Zusammenhänge verstehen, werden Fremdwörter und die Gründe für die jeweiligen Untersuchungen erklärt?)
  • Wird mir das Ziel der Behandlung deutlich?
  • Welche erwünschten und unerwünschten Wirkungen sind zu erwarten oder in Kauf zu nehmen? (z. B. Nutzen, Risiken, Auswirkungen auf den Alltag)
  • Gibt es Gründe, vorläufig nicht in den Krankheitsverlauf einzugreifen und zunächst abzuwarten und zu beobachten?
  • Bestehen Alternativen zu der vorgeschlagenen Untersuchung oder Behandlung?
  • Wann und welche weiteren Kontroll-Untersuchungen werden durchgeführt?


Nach dem Arztbesuch

  • Bin ich mit dem Gesprächsverlauf und dem Besuch bei meinem Arzt/Ärztin zufrieden? (fühle ich mich verstanden und ernst genommen, habe ich Vertrauen)
  • Habe ich alles verstanden?
  • Welche Empfehlungen nehme ich mit nach Hause?
  • Sind mir die Ratschläge und Empfehlungen des Arztes klar?
  • Welche Schritte muss ich ggf. einleiten?
  • Gibt es weiterführende Informations- und Hilfsangebote (z. B. Broschüren, Selbsthilfegruppen oder Internetangebote)
  • Welche neuen Fragen haben sich für den nächsten Arztbesuch ergeben?


Gleiches gilt für die Kontrollbesuche bei Ihrem Arzt. Unsere Empfehlung hier: Notieren Sie in einem „Rheuma-Pass“ Ihre Therapie und alle Veränderungen, die Sie feststellen. Sprechen Sie offen über alle unklaren Punkte und scheuen Sie nicht, auch unangenehme Fragen zu stellen oder den Arzt zu wechseln, wenn die „Chemie zwischen Ihnen und dem Arzt“ einfach nicht stimmt.

Den „Rheuma-Pass“ erhalten Sie in unserer Geschäftsstelle oder in Ihrer Arbeitsgemeinschaft vor Ort. Sie können ihn auch direkt hier bestellen.

Hilfe bei der Suche nach Fachärzten bietet Ihnen die Arbeitsgemeinschaft in Ihrer Nähe. Rufen Sie an.